
ASSEDEL hatte die Ehre, mit Carolina Morace, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Fraktion The Left (GUE/NGL), zu sprechen. Sie war Schattenberichterstatterin für den Bericht „Eine neue Vision für die Europäischen Hochschulallianzen“.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen ihr Beitrag zu diesem Bericht sowie die nächsten Schritte, die erforderlich sind, um diese vier Herausforderungen anzugehen:
- sozioökonomische Barrieren abzubauen, die den Zugang zu Hochschulen einschränken,
- die Lücke zwischen Hochschulabsolventinnen und -absolventen und dem Arbeitsmarkt zu schließen,
- die strukturellen Hindernisse zu beseitigen, mit denen Frauen beim Eintritt in den Arbeitsmarkt konfrontiert sind,
- sowie faire, lehrreiche und angemessen regulierte Praktika in ganz Europa sicherzustellen.
Über die akademische Bildung hinaus: Der Mensch im Mittelpunkt
Morace erklärte, dass ihre Arbeit an dem Bericht darauf abzielte, sicherzustellen, dass sich die Initiative nicht auf akademische Exzellenz beschränkt, sondern auch soziale und menschliche Dimensionen berücksichtigt, darunter Gleichstellung, Vielfalt und die Verhinderung aller Formen von Diskriminierung, einschließlich Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Identität oder einer Behinderung.
Sie betonte außerdem, dass Hochschulen eine zentrale Rolle bei der Förderung von Inklusion und dem Abbau von Ungleichheiten spielen.
Um einen gleichberechtigten Zugang zu Hochschulen zu gewährleisten, hebt Morace die Notwendigkeit individueller Bildungswege hervor:
„Zugänglichkeit ist nicht nur eine wirtschaftliche Frage – sie ist auch sprachlicher, kultureller und digitaler Natur. Wir müssen Instrumente und individuelle Bildungswege bereitstellen, damit Europa wirklich zu einem Ort wird, an dem jeder junge Mensch seine eigene Zukunft gestalten kann, unabhängig von seinen Ausgangsbedingungen.“
Bildung und Arbeitsmarkt miteinander verbinden
Um Hochschulen besser an den Arbeitsmarkt anzupassen, unterstreicht Morace die Rolle der Europäischen Union bei der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und verantwortungsvollen Unternehmen, mit dem Ziel, hochwertige Praktika und eine sinnvolle berufliche Ausbildung zu gewährleisten.
„Wir müssen auch übergreifende Kompetenzen wie Nachhaltigkeit, aktive Bürgerschaft und den bewussten Umgang mit künstlicher Intelligenz stärker wertschätzen – all dies sind wesentliche Kompetenzen, die junge Menschen nicht nur auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, sondern auch darauf, Bürgerinnen und Bürger der Zukunft zu sein.“
Geschlechterungleichheiten bekämpfen
Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt weiterhin mit zusätzlichen Hürden konfrontiert. Morace erklärt, dass Lösungen bereits in der Schule ansetzen müssen. Bildungssysteme sollten positive Vorstellungen von weiblicher Führung fördern und aktiv gegen Geschlechterstereotype vorgehen, die die Berufswahl beeinflussen.
Darüber hinaus betonte sie, dass die europäischen Institutionen die Verantwortung haben, gleichen Lohn zu gewährleisten und Frauen den Zugang zu Entscheidungspositionen auf allen Ebenen zu ermöglichen.
Ein neuer Ansatz für Praktika
Im Hinblick auf den neuen Ansatz für Praktika fasste Morace ihre Vision in drei Schlüsselbegriffen zusammen: „Bildung, Fairness und Würde.“
„Ein Praktikum sollte eine Chance für persönliches und berufliches Wachstum sein und kein Instrument der Ausbeutung.“
In diesem Zusammenhang betonte sie, dass die Europäische Union eine faire Vergütung, angemessene pädagogische Betreuung sowie umfassende soziale und arbeitsrechtliche Absicherung für Praktikantinnen und Praktikanten gewährleisten muss. Praktika sollten jungen Menschen den Einstieg in ihre berufliche Laufbahn erleichtern, anstatt sie in unsicheren oder ausbeuterischen Situationen zurückzulassen.
Das Gespräch bot wichtige Einblicke in die Frage, wie sich die Europäischen Hochschulallianzen zu einer inklusiveren und stärker sozial ausgerichteten Initiative weiterentwickeln können.
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ASSEDEL