
„Am 10. April 2024 um 18 Uhr hat ASSEDEL stolz ihre erste Konferenz zur Achtung der Menschenrechte in französischen Gefängnissen im Haus der Vereine (Maison des Associations) in Straßburg veranstaltet. Dieses Thema ist für unseren Verein, der die Verteidigung der Menschenrechte in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit stellt, von besonderer Bedeutung und alarmierender denn je, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am 6. Juni 2023 ein Urteil zu den menschenunwürdigen Haftbedingungen in französischen Gefängnissen erlassen hat. Ziel der Konferenz war es, die Sichtbarkeit dieses gravierenden Problems zu erhöhen und Sensibilisierungsarbeit zu leisten, und zugleich eine Debatte sowie einen Austausch in Form von Fragen und Antworten mit dem Publikum anzubieten.
ASSEDEL hatte die Ehre, Matthieu Quinquis, den Präsidenten der französischen Sektion des Internationalen Gefängnisobservatoriums (OIP), Kevin Monier, den stellvertretenden Direktor des Vereins „Grandir Dignement", der sich mit der Inhaftierung und Wiedereingliederung minderjähriger Gefangener befasst, sowie Marion Rochet, die stellvertretende Direktorin des Strafvollzugsdienstes für Wiedereingliederung und Bewährungshilfe des Départements Haut-Rhin und Mitglied des „Collectif Walden", zu empfangen. Unsere Gäste haben es hervorragend verstanden, uns über die Lebensbedingungen in der Haft in Frankreich aufzuklären und ihre Expertise zu diesem Thema einzubringen.
Nachdem wir den Kontext zu den großen Herausforderungen bei der Achtung der Menschenrechte in Haft dargelegt hatten, erteilten wir zunächst Matthieu Quinquis das Wort. Seine Rede befasste sich hauptsächlich mit den Haftbedingungen, die durch Überbelegung, Kakerlaken- und Bettwanzenbefall oder auch den eingeschränkten Zugang zu Telefonen gekennzeichnet sind. Diese sind vor allem auf die wiederholte Verschärfung des Strafrechts zurückzuführen, die zur Überfüllung der Gefängnisse beiträgt. Nachdem er eine alarmierende Zahl genannt hatte, nämlich die Verurteilung von 47 Gefängnissen in Frankreich wegen menschenunwürdiger Haftbedingungen, berichtete uns Matthieu Quinquis von den finanziellen Schwierigkeiten, mit denen das OIP aufgrund der sinkenden öffentlichen Zuschüsse konfrontiert ist.
Anschließend erläuterte uns Kevin Monier die Arbeitsweise seines Vereins, dessen Ziel es ist, minderjährigen Personen in ihrer Haft und bei ihrer Wiedereingliederung auf internationaler Ebene zu helfen, und zwar durch Aktivitäten rund um Bürgerschaft und Demokratie. Dabei verfolgt er eine innovative Perspektive für die Wiedereingliederung inhaftierter Minderjähriger: den angepassten Zivildienst (service civique adapté).
Schließlich sprach Marion Rochet über die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden des Strafvollzugsdienstes für Wiedereingliederung und Bewährungshilfe des Départements Haut-Rhin und betonte die Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung in diesem Bereich.
Die Konferenz endete mit einem von ASSEDEL angebotenen Buffet.
ASSEDEL ist sehr stolz darauf, diese erste Konferenz organisiert zu haben, die sich als Erfolg erwiesen hat. Der Verein möchte sich vor allem herzlich bei Matthieu Quinquis, Kevin Monier und Marion Rochet für ihre sehr bereichernden Beiträge bedanken, ebenso beim Publikum für seine aktive Teilnahme und seine relevanten Fragen, die spannende Diskussionen ermöglicht haben.
ASSEDEL