
Angesichts der anhaltenden Veränderungen der globalen politischen und sicherheitspolitischen Dynamiken hatte ASSEDEL die Gelegenheit, mit dem portugiesischen Mitglied des Europäischen Parlaments Sebastião Bugalho über seine derzeitigen Prioritäten im Europäischen Parlament sowie seine Einschätzungen zur Rolle der Europäischen Union in der Außen- und Sicherheitspolitik zu sprechen.
Parlamentarische Prioritäten in einer sich wandelnden geopolitischen Landschaft
Zu Beginn des Gesprächs verwies der Europaabgeordnete Bugalho auf eine kürzlich im Europäischen Parlament geführte Dringlichkeitsdebatte zur Lage in der Ukraine. Er stellte fest, dass die Europäische Union trotz des Widerstands Russlands wirksam auf den internationalen Vorschlag reagiert habe, der Gegenstand der Debatte war.
Er fügte hinzu, dass die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, Einfluss auf andere Länder auszuüben, nicht mehr so stark sei wie früher. Seiner Ansicht nach schafft diese Entwicklung sowohl eine Chance als auch eine Verantwortung für die Europäische Union.
Unter Bezugnahme auf eine bekannte portugiesische Redewendung bemerkte er, dass wenn „Gott eine Tür schließt, Er vielleicht ein Fenster öffnet“. Mit dieser Redewendung betonte er, dass Europa darauf vorbereitet sein müsse, eine größere Rolle zu übernehmen und seine Fähigkeit zur Reaktion auf neu entstehende globale Herausforderungen zu stärken.
Institutionelle Grenzen und die Rolle des Europäischen Parlaments
Trotz seines aktiven Engagements in außenpolitischen Fragen räumte der Europaabgeordnete Bugalho ein, dass das Europäische Parlament bei der Gestaltung der Außenpolitik der EU eine vergleichsweise begrenzte Rolle spielt. Die Mitgliedstaaten, so erklärte er, wollten die Einhaltung der Verträge gewährleisten und seien vorsichtig, ihre ausdrücklich übertragenen Zuständigkeiten zu überschreiten.
Er merkte zudem an, dass das Jahr 2026 angesichts der umfassenderen geopolitischen Veränderungen auf internationaler Ebene sowohl interessant als auch potenziell beunruhigend werden dürfte.
EU und NATO: Komplementäre Säulen der Sicherheit
Ein wichtiger Schwerpunkt des Gesprächs war das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und der NATO. Der Europaabgeordnete Bugalho betonte, dass die Zukunft beider Institutionen von einer engeren Zusammenarbeit abhänge.
Um ihre Souveränität zu schützen und ihre Fähigkeit zu bewahren, den bevorstehenden globalen Herausforderungen zu begegnen, müsse die Europäische Union seiner Ansicht nach eine stärker atlantisch ausgerichtete Perspektive einnehmen, auch wenn die Vereinigten Staaten nicht mehr in dem Maße engagiert seien wie in der Vergangenheit.
Ausblick
Das Gespräch mit dem Europaabgeordneten Sebastião Bugalho verdeutlicht einen entscheidenden Moment für die Europäische Union, die sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert sieht, zugleich aber auch neuen Möglichkeiten gegenübersteht.
Angesichts der sich verändernden globalen Machtverhältnisse ist Europa gefordert, eine aktivere und widerstandsfähigere Rolle in den Bereichen Sicherheit, Zusammenarbeit und strategische Ausrichtung zu übernehmen.
ASSEDEL mit Sitz in Straßburg, das sich der Förderung der Menschenrechte und der europäischen Werte verpflichtet, verfolgt weiterhin aufmerksam die Entwicklungen, die die Zukunft der europäischen Demokratie und der internationalen Beziehungen prägen, und trägt dazu bei, diese Entwicklungen sichtbar zu machen.
ASSEDEL